Virales „Syrien will sie zurück“-Narrativ wird komplizierter, nachdem Syrien klarstellt, dass mit „zurück“ vor allem erst einmal Geld gemeint war
BERLIN – Deutsche und österreichische Social-Media-Nutzer genossen einen kurzen, aber wunderschönen Moment politischer Zuversicht, nachdem virale Beiträge behaupteten, Syriens neue Führung rufe Syrer in Europa dazu auf, nach Hause zurückzukehren und das Land wiederaufzubauen.
Es gab nur ein kleines Problem.
Der Artikel, der überall herumgereicht wurde, stammte vom 8. Dezember 2024, unmittelbar nach Assads Sturz.
Er bezog sich darauf, dass syrische Rebellen im Staatsfernsehen erklärten, Damaskus sei „befreit“, und eine allgemeine Botschaft an vertriebene Syrer weltweit sendeten: „Ein freies Syrien erwartet euch.“
Derselbe BILD-Artikel berichtete außerdem, dass sich Flüchtlinge im Libanon bereits am Grenzübergang Masnaa auf den Weg zur syrischen Grenze machten. Mit anderen Worten: ein alter Rebellenaufruf aus der Zeit nach Assad, wieder aufgewärmt wie der Döner von gestern.
Schnellvorlauf ins Jahr 2026:
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor nach Gesprächen mit dem syrischen Interimspräsidenten Ahmed al-Sharaa behauptet, rund 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland würden innerhalb von drei Jahren zurückkehren.
Al-Sharaa, der bis vor Kurzem besser als Abu Mohammad al-Dscholani bekannt war, ehemaliger Anführer der HTS, einer Gruppe mit Verbindungen zu al-Qaida, und mit einem satten US-Kopfgeld auf seinen Namen versehen, wurde inzwischen wieder in die höfliche europäische Gesellschaft eingeführt, wo er Ursula von der Leyen, Trump und Freunden die Hand schüttelt.
Der frühere gesuchte Dschihadist tourt nun durch diplomatische Räume und spricht über Syriens Wiederaufbau, während die EU für 2026 und 2027 Hilfen in Höhe von 620 Millionen Euro zusagt.
Al-Sharaa stellte klar, dass die 80-Prozent-Zahl „etwas übertrieben“ sei und von Merz stamme, nicht von ihm. Seine Position war deutlich weniger nützlich für Screenshot-Politik: Rückkehr solle freiwillig, sicher, würdevoll und an tatsächlichen Wiederaufbau gebunden sein.
Syriens Außenminister Asaad al-Shaibani machte den Punkt noch unbequemer, indem er Zwangsabschiebungen ablehnte und Syrer im Ausland als „strategische Ressource“ bezeichnete, nicht als Belastung. Er sagte, Syrien wolle Spenden, Infrastruktur und ein sicheres Umfeld.
Trotzdem sollten europäische Patrioten vielleicht vorsichtig sein mit dem, was sie sich wünschen. Wenn all diese angeblich unverzichtbaren, hart arbeitenden syrischen Arbeitskräfte morgen tatsächlich abreisen würden, würde die EU vermutlich sofort zusammenbrechen.
Quellen:
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