Österreich, das Vorzeigeprojekt des WEF, geht einen Schritt weiter – Stromabrechnung per Stoppuhr
Man kann es vergessen, gleichzeitig die Waschmaschine laufen zu lassen, Staub zu saugen, zwei Elektroboiler eingeschaltet zu haben, die Klimaanlage zu benutzen, etwas zu kochen und – Gott bewahre – auch noch zwei halbwegs leistungsstarke PCs zu betreiben. Der Himmel möge einen davor bewahren, kurz mal eine Säge oder Bohrmaschine zu benutzen.
Das ist natürlich überhaupt kein Problem für Leute, die ihren Stromverbrauch über den ganzen Tag verteilen können, sprich: Arbeitslose.
Aber als lästiger arbeitender Steuerzahler kommt man nach acht oder neun Stunden im Büro und zwei Stunden Pendelei nach Hause. Da möge man seine häuslichen Bedürfnisse bitte sorgfältig über die Nacht verteilen.
Hat man sich als braver Bürger ein Elektroauto gekauft? Dann bloß dran denken, die Ladeleistung auf 4 kW runterzudrehen.
Es ist ja nicht so, dass Österreich zu wenig Strom hätte. 2025 deckten erneuerbare Energien rund 78 % des heimischen Stromverbrauchs (nach dem Rekordwert von 94 % im wasserreichen Jahr 2024). Von dem Strom, der tatsächlich im Land erzeugt wurde, entfielen allein 50,7 % auf Wasserkraft, 13,4 % auf Photovoltaik, 11,7 % auf Windkraft und rund 7 % auf biogene Brennstoffe. Insgesamt lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bei 82,3 %.
Die gesamte installierte Wasserkraftleistung liegt bei rund 15–16 GW. Der Großteil davon wurde vom Staat und von staatlichen Unternehmen gebaut und finanziert. Bezahlt haben's die österreichischen Steuerzahler. Kein privater Investor hat das Kapital aufgebracht und das Risiko für die großen Kraftwerke getragen.

Die Hochgebirgsspeicher Kaprun im Nationalpark Hohe Tauern
Österreich erzeugt also den Großteil seines Stroms aus Wasserkraft mit niedrigen Grenzkosten, gebaut und bezahlt von der Allgemeinheit. Aber ha, da gibt's ja noch die Merit Order. Bei diesem System bestimmt das teuerste Kraftwerk, das in einer bestimmten Stunde zur Deckung des Strombedarfs gebraucht wird, den Großhandelspreis. Ja, völlig irre.
Weil der österreichische Strommarkt eng mit dem deutschen verbunden ist, bestimmen häufig Gaskraftwerke den Preis.
Die Österreicher zahlen also Preise, die sich an den Kosten von Gaskraftwerken orientieren, nicht an den Kosten der Wasserkraftwerke, die sie selbst finanziert haben.
Willkommen in Österreich, dem Musterschüler des WEF.
Niemand verbietet einem, zu kochen, die Wohnung zu heizen, Wäsche zu waschen oder das Elektroauto aufzuladen, zu dessen Kauf man schließlich ermuntert wurde. Man darf das alles selbstverständlich tun. Nur halt nicht dann, wenn man's braucht.
Der Finanzminister soll begeistert sein.
Man wird für alles zahlen, nichts besitzen und glücklich sein.