Europäische Haushalte feiern Deutschlands Energiewende, indem sie mittags Wäsche waschen. An Werktagen.
EU-Länder, die bei der grünen Transformation am schnellsten vorangingen, entfernten zuverlässige Energiequellen, bevor sie diese durch genügend gesicherte Leistung ersetzten. Deutschland schaltete seine letzten Kernkraftwerke ab und steigt weiter aus der Kohle aus.
Das Ergebnis ist eine Abhängigkeit vom Wetter.
Europa hat das grobe alte Modell hinter sich gelassen, bei dem Kraftwerke Strom nach Bedarf produzierten, und kehrt zu einer spirituelleren Ordnung zurück, in der Haushalte den Himmel befragen, bevor sie Geräte einschalten.
Der Kontinent, der einst Kathedralen, Eisenbahnen, Fabriken und Kernreaktoren baute, entdeckt nun seine druidischen Wurzeln wieder: Warte auf den Wind, preise die Sonne und verärgere nicht die abendliche Verbrauchsspitze.
Die Europäische Kommission hat nun die zivilisierte Lösung angeboten. Haushalte müssen flexibel werden.
Rechenzentren kommen natürlich zuerst.
Haushalte bekommen intelligente Stromzähler.
Die Kommission sagt, digitale Werkzeuge würden den Verbrauchern mehr Kontrolle geben und ihnen helfen, ihren Stromverbrauch in billigere Stunden zu verschieben. Nach ihrer Behauptung könnte nachfrageseitige Flexibilität den EU-Verbrauchern mehr als 71 Milliarden Euro pro Jahr sparen, was schön ist, weil dann noch mehr Geld an Selenskis Ukraine geschickt werden kann.
Wäschewaschen nach der Arbeit wird zur Luxusgewohnheit.
Der moderne europäische Haushalt sollte die Waschmaschine idealerweise mittags laufen lassen, wenn anständige Bürger bei der Arbeit sind.
Abendessen um 19 Uhr zu kochen wird zu schlechtem Netzverhalten.
Das nächtliche Laden von Elektroautos, einst als offensichtliche Lösung verkauft, wird komplizierter, wenn die Nachfrage am Abend hoch und die erneuerbare Erzeugung niedrig ist.
Der genehmigte Lebensstil besteht darin, das Auto tagsüber zu laden, idealerweise während der Besitzer woanders das Geld verdient, um das Auto zu bezahlen.
In warmen Regionen kann auch die Klimaanlage verschoben werden. Kühle das Haus, bevor die Menschen zurückkommen, und hoffe dann, dass das Gebäude die Temperatur lange genug hält, damit alle eine klimapolitische Sauna genießen können.
In kalten Regionen folgt die Heizung derselben Logik.
Der Geschirrspüler kann um 13 Uhr laufen. Die Gefriertruhe kann von einem Algorithmus gesteuert werden. Die Wärmepumpe kann auf Tarife reagieren. Das Auto kann warten. Die Familie kann sich anpassen.
Das ist keine „Rationierung“, wie einige rechtsextreme Kritiker gerne schreien. Es ist Verbraucherpartizipation.
Niemand muss etwas verbieten - die falsche Stunde wird einfach teuer.
Moralischer und technologischer Erfolg ist endlich angekommen!