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Der EU-Binnenmarkt hat jetzt 27 Binnenmärkte

Verabschiedet euch von hochwertigen lokalen Produkten kleiner Betriebe. Europa hat jahrzehntelang Grenzen abgebaut, damit ein kleiner Produzent aus einem Land an einen Kunden in einem anderen Land genauso einfach verkaufen kann wie an den Nachbarn nebenan. Dann hat es die Verpackung entdeckt.

vlgr 27 Aufrufe 2 Min. Lesezeit
Der EU-Binnenmarkt hat jetzt 27 Binnenmärkte

Unter der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung – ja, die gibt es wirklich – fällt grenzüberschreitende Verpackung unter das EPR-System des Landes, in dem der Kunde sitzt. Damit seid ihr dort der „Produzent“.


Schickt ein Glas Senf nach Italien und herzlichen Glückwunsch: Ihr seid jetzt Produzent in Italien.


Ihr meldet euch an. Meldet die Verpackung nach Material und Gewicht. Zahlt die EPR-Gebühren. Führt Aufzeichnungen. Bestellt einen Bevollmächtigten. Zahlt 400–500 Euro.

Und das Ganze für das nächste Land noch einmal.


Kleine Produzenten bekommen „vereinfachte“ Meldepflichten – Brüssel-Deutsch für „ihr müsst es trotzdem machen“.

Dazu kommen die Formulare, die Verträge, die Meldesysteme, die lokalen Vertreter und der Abend, an dem man die Verpackungsregeln eines anderen Landes lernt, weil jemand in Thessaloniki ein Glas Senf bestellt hat.

Amazon wird das überstehen.


Das Problem ist der kleine Produzent, für den der Binnenmarkt angeblich gebaut wurde: der tschechische Glasbläser, der österreichische Kürbiskernöl-Hof, der französische Imker, die deutsche Werkstatt für Holzspielzeug, der italienische Steinpilz-Händler, der polnische Hersteller handbemalter Knöpfe.


Eine österreichische Werkstatt verkauft im Jahr 700 Euro Knöpfe nach Schweden.

Irgendwann stellt sich die Frage: „Warum zum Teufel schicken wir überhaupt noch was nach Schweden?“

Schweden verschwindet aus dem Checkout. Dann Portugal. Dann Finnland.

Dann jedes Land, das 900 Euro Umsatz und 500 Euro Compliance-Kosten bringt.

Der Kunde bekommt einfach die neue Meldung: Wir liefern nicht mehr in Ihr Land.


So baut die EU wirtschaftliche Grenzen wieder auf – ohne die peinliche Optik, tatsächlich Grenzen aufzubauen.

Die Kommission hat das Problem bereits eingestanden. Im Dezember 2025 hat sie vorgeschlagen, die Pflicht zum Bevollmächtigten für EU-Produzenten bis 2035 auszusetzen, weil die Regelung unverhältnismäßige Kosten und Verwaltungsaufwand verursacht, besonders für kleine und mittlere Unternehmen.

Der Vorschlag schleicht immer noch durch die Institutionen. Die ursprünglichen Regeln gelten ab übermorgen.

Siebenundzwanzig Länder bleiben im Binnenmarkt.


Die immer drängendere Frage ist nur noch: In wie viele davon lohnt es sich überhaupt noch zu verkaufen?


Natürlich ist das Umweltpolitik. Das offizielle Ziel ist weniger Verpackungsmüll, mehr Recycling und eine saubere Kreislaufwirtschaft. Vor allem dadurch, dass man den Handel reduziert.

Ziel erreicht.


Das ist europäische Integration in Aktion.

Danke, EU – genau dafür haben wir gestimmt.

Quellen

Dies ist ein satirischer Beitrag. vlgr ist kein echtes Nachrichtenportal – es handelt sich um Parodie und Übertreibung ausschließlich zu Unterhaltungszwecken.
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