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Brüssel will eigene Steuern. Die Werbung hat es schon bezahlt – und du finanzierst das Ganze.

Du zahlst schon ein Finanzministerium. Das schreibt dann einen Scheck nach Brüssel. Dann leiht Brüssel in deinem Namen Geld. Dann will es neue Unionsteuern, damit es dein Parlament nicht noch einmal fragen muss. Die Schulden tragen den Namen der Union. Zahlen tut der Steuerzahler. Deshalb wirst du gerade so stark massiert: stärkeres Europa, geeintes Europa, föderales Europa.

vlgr 10 Aufrufe 6 Min. Lesezeit
Brüssel will eigene Steuern. Die Werbung hat es schon bezahlt – und du finanzierst das Ganze.

Was bildet den EU-Haushalt eigentlich? Was kauft er? Wie sitzt er auf den Haushalten, die der Wirtschaft schon die Hälfte wegnehmen? Wie tief ist die neue Unionsschuld? Wer zahlt sie zurück? Und warum jagt die Kommission nach „Eigenmitteln“?


Zwei öffentliche Kassen, nicht eine

Ein nationaler Haushalt gehört zu deinem Staat. Der zahlt Renten, Krankenhäuser, Lehrer, Polizei, Zinsen auf einen Berg alter Schulden – und, wenn noch jemand wach ist, Straßen.

Der EU-Haushalt ist eine Transfer- und Programmmaschine. Rund 190 bis 210 Milliarden Euro im Jahr. Ungefähr ein Prozent des EU-Bruttonationaleinkommens. Die öffentlichen Ausgaben der 27 Mitgliedstaaten zusammen liegen bei etwa der Hälfte der Wirtschaftsleistung. Das EU-BIP 2025 lag bei etwa 18,8 Billionen Euro. Der heutige „eigene“ Haushalt der Union ist also ein Splitter neben dem richtigen Staat.

Brüssel ist die zweite Kasse. Die kommt, nachdem die Staaten schon Mehrwertsteuer, Einkommensteuer, Sozialabgaben, Körperschaftsteuer, Energieabgaben und den Rest kassiert haben.


Woher das „eigene“ Geld der EU kommt

So sieht das heutige Einnahmemodell aus:

  • Die BNE-Eigenmittel – der Ausgleichsposten. Dein Land zahlt einen Anteil am Nationaleinkommen. Ein Clubbeitrag.
  • Die traditionellen Eigenmittel – Zölle an der Außengrenze, minus einer Erhebungsgebühr, die der Mitgliedstaat behält. Das älteste Unionsgeld.
  • Die Mehrwertsteuer-Eigenmittel – eine Scheibe aus einer harmonisierten Mehrwertsteuer-Bemessungsgrundlage. Ein statistischer Anspruch auf eine Steuer, die du schon zahlst.
  • Die Plastik-Eigenmittel – eine Abgabe auf nicht recycelten Plastikverpackungsmüll. Der erste „grüne“ Statistikhahn. Die Mitgliedstaaten zahlen Brüssel pro Kilo, das sie nicht recyceln. Eine Unionsabgabe im Grünrock.
  • Sonstiges – Reste, Bußgelder, zweckgebundene Einnahmen. Wettbewerbsstrafen gegen Firmen landen im EU-Haushalt, nicht in der Staatskasse, die sie verfolgt hat.


Die ersten Auswüchse davon, dass die EU MEHR will, sind schon da.

Plastik war der Pilot: nimm eine Kennzahl, setz einen Satz drauf, schick die Rechnung ans Finanzministerium, nenn es europäisch.

Bußgelder haben denselben System bestätigt – Geld kann direkt in Brüssel ankommen, ohne BNE-Debatte.


Dieses Modell hat eine politische Eigenschaft, die nationale Haushalte nicht teilen: Wer die Steuern beschließt, gibt das Geld nicht aus.

Die Kommission klagt, das mache sie immer noch zur Bettlerin. Die vorgeschlagene Kur: die Auswüchse zu einem Hahn ausbauen, der direkte Unionseinnahmen ergibt.


Die ständige Einkaufsliste der EU

  • Bauern und Fläche. Direktzahlungen und ländliche Entwicklung. Frankreich lebt hiervon. Spanien, Italien, Deutschland, Polen auch.
  • Kohäsion. Der andere dicke Klotz. Beton, Schulungsprogramme, „Resilienz“, und die Rubrik, die auch „Werte“ schluckt. Polen ist der Kohäsionswal. Italien und Spanien kassieren Kohäsion und den Wiederaufbau-Topf. Österreich und die Niederlande kriegen die Postkarte.
  • Forschung und Binnenmarktprogramme. Horizont und Freunde. Höhere Fehlerquoten, schönere Pressemitteilungen.
  • Außerhalb der Union. Nachbarschaft, Entwicklung und internationale Zusammenarbeit – Global Europe, NDICI – rund 80 Milliarden Euro für 2021 bis 2027. Mehr als 70 Prozent des EU-Außenrelationstopfs. Geografische Programme für die südliche Nachbarschaft, Afrika südlich der Sahara, Nahen Osten und Zentralasien, Asien-Pazifik, Amerika. Darüber humanitäre Linien, Heranführungsgelder und die neue Ukraine-Maschinerie. Team Europe – EU-Haushalt plus Mitgliedstaaten – hat seit 2022 etwa 193 bis 200 Milliarden Euro in die Ukraine gesteckt.


Die Medienmassage – warum die föderalistische Werbung gerade jetzt hochkocht

Citizens, Equality, Rights and Values, CERV: 1,55 Milliarden Euro für 2021 bis 2027. Tausende zivilgesellschaftliche Organisationen gefüttert. Kreatives Europa und die Multimedia-Aktionen der Kommission zahlen Nachrichtennetzwerke und „Medienkompetenz“.

Das Upgrade im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen heißt AgoraEU. Vorschlag: 8,6 Milliarden. Das Parlament will mehr. Kultur, MEDIA-Plus etwa 3,2 Milliarden, CERV-Plus etwa 3,6 Milliarden.

Das breitere NGO-Rohrleitungsnetz, Zahlen aus früheren Stücken: über 7 Milliarden an mehr als 12.000 Organisationen in einem Dreijahresschnitt.


So viel Propaganda ist kein Hobby und kein Zufall. „Eigenmittel“ brauchen ein Publikum, das Brüssel schon für eine etablierte Regierung hält – Werte, „europäische Demokratie“, eine Medienschiene, die die Union wie die Große Sowjetunion behandelt.


Was 2020 passiert ist: die Union hat geliehen – und weiter emittiert

Bis 2020 war der EU-Haushalt im langweiligen Sinn ausgeglichen. Er gab aus, was Mitgliedstaaten und Zölle reingaben.

2020 haben die Regierungen die Schuldenmaschine genehmigt.

NextGenerationEU wurde als einmaliger Wiederaufbaufonds verkauft. Die rechtliche Obergrenze: 807 Milliarden Euro. Abgerufen später rund 638 Milliarden. Bis Ende 2025 hat die Kommission 469 Milliarden davon ausgezahlt.

  • 238 Milliarden in Aufbau-Zuschüssen. Problem des gemeinsamen Haushalts.
  • 156 Milliarden in Aufbau-Darlehen. Problem des Landes, das geliehen hat. Italien der Wal.
  • 76 Milliarden als Aufstockung bestehender EU-Programme.


Dieselbe Druckerpresse, neue Kunden. Der Ukraine-Kreditbestand bei der Kommission: 70 Milliarden Ende 2025. Dann der 90-Milliarden-Unterstützungscredit für 2026 und 2027. Makrofinanzhilfe, Ukraine-Fazilität, SAFE-Verteidigungsdarlehen, Westbalkan-Papier – ab 2023 alles aus einem einheitlichen Finanzierungsansatz: ein EU-Anleiheprogramm, viele ausgehende Schecks.


Die Kommission paart eine Anleihe nicht mehr mit einem Empfänger. Sie hebt einen Pool und verteilt später.



Vor der Pandemie war die Union kein Kapitalmarkt-Souverän. Fünf Jahre später emittiert sie wie ein mittelgroßer Staat. Neu als Gattung: Schulden mit Unionsetikett auf einem Haushalt ohne Einkommensteuer.


Wer wem was schuldet

NGEU-Darlehen: Die Mitgliedstaaten, die direkt bei Brüssel leihen, zahlen an Brüssel zurück.

NGEU-Zuschüsse: Die Kommission schenkt einem Land einen Zuschuss, alle zahlen zurück. Preis: feste 24 Milliarden Euro im Jahr. 168 Milliarden von 2028 bis 2034.


Ukraine- und Drittlandskredite: Die Union leiht und gibt das Geld an die Ukraine und ein paar andere Drittländer. Auf dem Papier schuldet Kiew. In Wirklichkeit: wenn die Ukraine den Kredit nicht bedienen kann, zahlst du.


Die Polster sind kein Überschuss. Sie sind aufgebraucht.

Die Union ist nicht insolvent. Zölle kommen weiter. Finanzministerien schreiben weiter den BNE-Scheck.

Was weg ist, ist der Stoßdämpfer innerhalb der Sieben-Jahres-Deckelung.


Der eigene Lagebericht der Kommission für 2025: unerwartete Herausforderungen hätten die begrenzte Flexibilität „überfordert“, fast keine nicht zugewiesenen Mittel mehr, zwei Jahre vor Schluss des Zyklus. Der Haushalt 2026 leert wieder das Flexibilitätsinstrument und das einheitliche Spielraum-Instrument. Mehrere Rubriken stehen bei einem Spielraum von null.

Der Dispokredit ist am Anschlag. Die 24-Milliarden-Tilgungslinie, die 2028 anspringt, fangen die alten Tricks nicht mehr auf.

Entweder werden Programme gekürzt, nationale Beiträge steigen – oder Brüssel bekommt neues „eigenes“ Geld.


Wer zurückzahlt

Nicht „Europa“. Nicht ein Fonds in Luxemburg. Der Steuerzahler.

Die EU hat bequem neue „eigene“ Hähne gebaut. Eigenmittelpaket vom Juli 2025, Schätzung der Kommission, Durchschnittsjahr, Preise 2025.


Aus dem neuen Korb etwa 44 Milliarden im Jahr. 58 Milliarden mit Nachjustierungen an den alten Eigenmitteln. Verkauft als „weniger Druck auf die nationalen Beiträge“.

ETS- und CBAM-Geld, das früher in nationale Kassen fiel, landet direkt in Brüssel. Die Neuheit ist CORE – ein direkter Firmentribut an die Union.


CORE ist das erste Mal, dass Brüssel die Firmen direkt in Rechnung stellt. EU Inc. – das neue Firmenmodell, das die EU bewirbt – ist das erste Mal, dass sie die Firma registrieren will. Keines von beiden ist schon eine völlig staatenlose Gesellschaft.

Zusammen sind sie derselbe Schritt: die Union verkehrt mit dem Kapital, ohne den nationalen Haushalt als Zwischenhändler.


Schon hoch besteuerte Bevölkerungen sind keine Metapher. Die Staatsausgaben der EU-27 liegen bei etwa der Hälfte der Wirtschaftsleistung. Unionsansprüche auf ETS, Tabak, Müll und Unternehmensumsatz schaffen keinen neuen Planeten unbesteuerter Reicher. Sie leiten Geld um, das schon im Steuerkreislauf war.


Der EU-Haushalt ist eine zweite öffentliche Börse. Etwa ein Fünfzigstel der nationalen öffentlichen Ausgaben. Finanziert von Steuerzahlern, die schon einen sozialdemokratischen Staat bezahlen. Einen dicken Anteil für Umverteilung im Club. Einen lauten Anteil für NGOs und Medien. Einen wachsenden Anteil außerhalb des Clubs – zuerst die Ukraine, dann Nachbarschaft und Afrika.


2020 kam die Unionsschuld dazu. Bedient, also zurückgezahlt, werden muss sie ab 2028.

Der Plan der Kommission ist nicht, die Börse kleiner zu machen. Der Plan ist, der Börse eigene Steuern zu geben, damit die nationalen Parlamente den einzigen Hebel verlieren, den sie hatten: den Scheck zu verweigern.

Das NGO- und Mediengeld ist die Art, das als „besseres Europa“ zu verkaufen.

Dies ist ein satirischer Beitrag. vlgr ist kein echtes Nachrichtenportal – es handelt sich um Parodie und Übertreibung ausschließlich zu Unterhaltungszwecken.
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